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Neue Trends: Junge Leute ersetzen Festnetz durch mobile Kommunikation
10.07.2024
In den Pandemie-Jahren genoss das traditionelle Festnetztelefon eine kurze Beliebtheitswelle, doch mittlerweile greifen vor allem ältere Menschen darauf zurück. Viele Nutzer haben die Gesprächsgebühren kaum im Blick, was nicht immer gerechtfertigt ist. Diese Erkenntnisse liefert der jährlich erhobene und repräsentative Festnetz-Monitor.
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Mobilfunk vor Festnetz: 50% der Deutschen greifen lieber zum Handy
Eine Mehrheit von 51 Prozent der Deutschen wählt für private Gespräche normalerweise das Handy. Innerhalb dieser Gruppe nutzen 41 Prozent das Handy klassisch über Mobilfunk, während 10 Prozent eher über Datendienste wie WhatsApp oder FaceTime kommunizieren. In Ostdeutschland und bei Haushalten mit Kindern liegt die Mobiltelefonquote um mehr als zehn Prozent höher als bei den jeweiligen Vergleichsgruppen. Fast alle Altersgruppen bevorzugen das Mobiltelefon, besonders junge Menschen unter 29 Jahren, von denen 70 Prozent hauptsächlich das Handy nutzen.
Senioren über 60 Jahre haben andere Präferenzen: Für diese Altersgruppe ist das Festnetztelefon fast doppelt so häufig die erste Wahl wie im bundesweiten Durchschnitt (40 zu 21 Prozent). Rund 22 Prozent der Befragten haben keinen bevorzugten Kommunikationskanal beim Telefonieren, was besonders häufig von älteren Befragten angegeben wird. Altersübergreifend geben nur wenige Menschen an, lieber Sprachnachrichten zu schicken oder komplett auf Telefonate zu verzichten.
Kostenfaktor Telefonieren: Übersehen von den meisten
Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen (81 Prozent) macht sich keine Gedanken über Telefonkosten, da fast zwei Drittel (63 Prozent) eine Flatrate nutzen, 12 Prozent auf kostenfreie Messengerdienste zurückgreifen und 13 Prozent selten telefonieren. Doch 11 Prozent überlegen sich oft, wie sie Kosten minimieren können – und auch heutzutage gibt es dafür gute Gründe.
Trotz der weit verbreiteten Flatrates sind diese Pauschalangebote nicht vollkommen kostenlos. Festnetzanrufe auf Handys können bis zu 22 Cent pro Minute kosten, was als überholt gilt. Im Gegensatz dazu können Mobilfunkgespräche ins Ausland teuer werden, während Festnetzgespräche häufig günstiger sind. Das bedeutet, dass auch 2024 die Wahl des richtigen Geräts für verschiedene Anrufe wichtig bleibt. Die Kosten pro Telefonminute spielen für Netzbetreiber schon lange keine entscheidende Rolle mehr.
Unbekannte Anrufer sorgen oft für Unsicherheit
Nach eigenen Angaben wenden sich 50 Prozent der Befragten von unbekannten Handynummern ab und rufen nicht zurück. Bei unbekannten Festnetznummern zeigt sich eine etwas geringere Zurückhaltung, mit 38 Prozent, die nicht zurückrufen. Das Misstrauen ist bei Frauen und älteren Menschen besonders stark ausgeprägt. Jeder vierte Befragte hat mehr Vertrauen in feste, ortsgebundene Telefonnummern, besonders bei Dienstleistungsanbietern. Dazu kommen 25 Prozent der Befragten, für die es keinen Unterschied macht, ob die Nummer aus dem Mobilfunk- oder Festnetzbereich stammt. Mit einem höheren Haushaltsbudget sinkt die Skepsis gegenüber unbekannten Nummern.
Nach Corona: Deutlicher Rückgang bei Festnetz-Anrufen
Bereits vor einem Jahr zeigten repräsentative Daten, dass das pandemiebedingte Comeback des traditionellen Festnetztelefons vorbei war. Im Jahr 2023 sank die Nutzung stationärer Anschlüsse um 11 Prozent im Vergleich zu 2022 und lag sogar unter den Werten von 2021. Der aktuelle Trend zeigt relativ stabile „Post-Pandemie-Werte“ bei der Festnetznutzung. Derzeit nutzen 71 Prozent der Deutschen feste Telefonanschlüsse (2023: 70 Prozent). Die Nutzungshäufigkeit hat sich jedoch verändert: 40 Prozent telefonieren aktuell mindestens mehrmals pro Woche über das Festnetz, ein Rückgang von 45 Prozent im letzten Jahr. Die gelegentliche Nutzung nahm leicht zu, von 13 auf 16 Prozent.