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Schnelles Internet: Über 3 Millionen Deutsche noch immer abgehängt!
28.02.2024
Im Jahr 2018 war geplant, dass Deutschland flächendeckend eine Breitbandversorgung mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) haben sollte. Dennoch sind immer noch etwa 3,4 Millionen Menschen im Land auf langsamere Internetanschlüsse angewiesen. Verivox, das Vergleichsportal, fordert die Umsetzung des fünf Jahre alten Versprechens eines „schnellen Internets für alle“, um einer wachsenden digitalen Kluft entgegenzuwirken.
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Fast 1,7 Millionen Haushalte ohne schnelles Internet: Handlungsbedarf beim Breitbandausbau
Laut dem Bundesbreitbandatlas haben knapp 96 Prozent der Haushalte in Deutschland Zugang zu einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s. Die restlichen vier Prozent müssen sich mit langsamerem Internet begnügen. Das bedeutet, dass fast 1,7 Millionen Haushalte oder etwa 3,4 Millionen Menschen nicht vom schnellen Internet profitieren können. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ausbauquote lediglich um 2,6 Prozent verbessert.
Insgesamt sind 11.000 Gemeinden in Deutschland immer noch nicht ausreichend mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s versorgt. In 324 dieser Kommunen liegt die Abdeckung bei maximal zehn Prozent – mehr als die Hälfte davon hat überhaupt keinen Zugang zu festen Breitbandanschlüssen mit mindestens 50 Mbit/s.
Recht auf schnelles Internet in Deutschland: Mindestgeschwindigkeit muss angepasst werden
In den ländlichen Gebieten werden immer mehr Menschen aufgrund der heutzutage üblichen Internetnutzung ausgeschlossen. Der Bedarf an Daten wächst kontinuierlich: Während im Jahr 2022 noch 276 Gigabyte (GB) pro Festnetzanschluss monatlich verbraucht wurden, stieg dieser Wert gemäß einer Analyse des VATM im letzten Jahr auf 321 GB. Schnelles und zuverlässiges Internet sollte als grundlegende Versorgung wie Strom und Gas angesehen werden. Eine digitale Teilhabe ist nicht gewährleistet, wenn ganze Regionen unterversorgt sind. Oft wird der stark gestiegene Datenbedarf durch eine unzureichende Infrastruktur gebremst.
Seit dem Jahr 2022 gibt es in Deutschland ein „Recht auf schnelles Internet“. Überall sollte Festnetzinternet mit einer Download-Rate von mindestens 10 Mbit/s verfügbar sein – auch dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. Diese Geschwindigkeit reicht oft nicht aus, um selbst Standardanwendungen ordnungsgemäß zu nutzen. Die Mindestgeschwindigkeit sollte daher schnellstmöglich auf mindestens 50 Mbit/s im Download erhöht werden.
Für viele Haushalte wird sogar diese Geschwindigkeit nicht ausreichen: In einem Haushalt mit schulpflichtigen Kindern und einem Elternteil im Home-Office ist der Bedarf an Daten bereits für die Pflicht-Anwendungen so hoch, dass bei gleichzeitigem privatem Streaming oder Gaming kaum noch Bandbreite übrig bleibt, selbst bei einer Verbindung von 50 Mbit/s. Die Unterschiede zwischen Mindestversorgung und Gigabit-Speed sind enorm: Langsame Anschlüsse erschweren es Haushalten aktiv teilzuhaben in vielen Bereichen des täglichen Lebens erheblich. Wenn schnelles Internet vom Wohnort abhängt, fördert dies die digitale Kluft innerhalb der Gesellschaft.
Glasfaser für alle: Die Gigabitstrategie der Bundesregierung bis 2030
In der aktuellen Gigabitstrategie der deutschen Regierung werden ehrgeizige Ziele verfolgt: Gemäß dem Koalitionsvertrag soll eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung erreicht werden. Bis zum Jahr 2024 sollen die Hälfte aller Haushalte angeschlossen sein, bis 2030 strebt man eine vollständige Abdeckung an. Um zu vermeiden, dass durch den Ausbau von Gigabit-Netzen eine digitale Kluft zwischen Städten und ländlichen Gebieten entsteht und um Projekte nicht gegeneinander auszuspielen, sollte sich jeder darauf konzentrieren, dass mindestens 50 Mbit/s für alle verfügbar sind – statt Gigabit nur für einige Wenige anzustreben. Anstatt einen Wettbewerb um Infrastrukturen zu führen, ist ein Wettbewerb um günstigere Tarife erforderlich sowie als Grundlage ein Open Access mit offenen Netzen.